„Expertentum“

April 23, 2008

Einige Gedanken zum Thema „Experten“ in der LV:

Es ist lediglich natürlich, dass in der LV Leute mit verschieden ausgeprägtem Vorwissen sitzen. Manche beschäftigen sich seit Jahren aus Freude an der Sache oder aus beruflichen Gründen mit den Medien, andere werden de facto ins kalte Lehrveranstaltungswasser geworfen. Deswegen ist es umso wichtiger – und für mich persönlich selbstverständlich – dass wir, deren Vorwissen und Expertise größer ist als der Durchschnitt, den anderen Teilnehmern wie auch der LV-Leiterin mit inhaltlichen und technischen Einwürfen unter die Arme greifen wollen. Ich hoffe nur, dass unser Verhalten bei keiner Seite als vorlaut oder arrogant angesehen wird. Obwohl ich im Endeffekt nur für mich sprechen kann, glaub ich nicht, dass einer von uns die LV herunterziehen oder kritisieren will. Wir wollen nur dazu beitragen, dass die LV für alle Beteiligten ein Erlebnis ist, aus dem man mit mehr herausgeht, als man hineingegangen ist – und hoffen, dass dieses „mehr“ nicht Frust ist.

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Das mir durch den Aufgabenblog zugetragene Video stellt ein Simultanprogramm zu Prof. David Meases Kurs über Data Mining dar, den er online wie auch offline auf der Stanford-Universität anbietet.

Sieht man sich nun seine zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie das verfügbare Video an, wird zumindest mir schnell klar, dass es sich hier nicht um E-Learning 2.0 handelt. Vielmehr handelt es sich noch um 1.0, welches lediglich auf mehrere Arten verfügbar gemacht wird, von denen die Mehrheit digital ist. Die Lernhierarchie hier ist ein Top-Down-Modell, das lediglich durch die freie Zugänglichkeit der Materialien aus der Menge hervorsticht.

Warum, werden sich manche jetzt fragen, ist das nicht E-Learning 2.0? Es ist doch alles online verfügbar, alles vernetzt?

Das Distributionsmedium alleine ist aber nunmal kein Exklusivkriterium für E-Learning 2.0 – nicht alles, was in Kursrahmen online frei verfügbar ist, ist automatisch E-Learning 2.0. Man kann selbiges am ehesten mit einer community of practice vergleichen – um Etienne Wenger zu zitieren: „A community of practice is not merely a community of interest–people who like certain kinds of movies, for instance. Members of a community of practice are practitioners. They develop a shared repertoire of resources: experiences, stories, tools, ways of addressing recurring problems—in short a shared practice. This takes time and sustained interaction.“

Wir sehen: eine simple Interessensgemeinschaft, als welche man die Gruppe Lernender im weitesten Sinne konzipieren kann, ist nicht gleichzusetzen mit einer Community of Practice. Austausch untereinander, das unabhängige Praktizieren zur erfüllenden Erweiterung der Gemeinschaft; solche Praktiken finden hier nicht statt. Die Gruppe Lernender strebt in erster Linie nach Aneignung von Können das ausreicht, um die von oben (=der Lehrperson) definierte Messlatte zu erreichen. Austausch untereinander beschränkt sich darauf, anderen zum Erreichen der Messlatte zu verhelfen – nicht aber darauf, den eigenen Horizont wie auch den des Gegenübers zu erweitern.

Auch die für das E-Learning 2.0 ausschlaggebende Interaktivität fehlt – es gibt keine Interaktionsmöglichkeiten von Lernenden zum Lehrenden hin, und es mangelt vor allem an dem, womit sich Web 2.0 immer brüstet: user-generated content.

tl;dr?
Fehlende Interaktivität und kein user-generated content zeigen deutlich, dass es sich hier bestenfalls um eLearning 1.0 handeln kann.

Lernblogs

April 9, 2008

Ein kleiner Exkurs in die virtuellen Welten der Aus- und Weiterbildungsblogs; hier eine wertungsfreie Auswahl:

eLearning-Blog der TU Graz

Lifelong Learning & New Media auf Medienpädagogik.at

Weiterbildungsblog.de

Fremdsprachen und Neue Medien

Mediendidaktik und Wissensmanagement der Universität Duisburg/Essen

Weblog am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin