„Statistical Aspects of Data Mining“ – Aufgabenbewältigung

April 22, 2008

Das mir durch den Aufgabenblog zugetragene Video stellt ein Simultanprogramm zu Prof. David Meases Kurs über Data Mining dar, den er online wie auch offline auf der Stanford-Universität anbietet.

Sieht man sich nun seine zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie das verfügbare Video an, wird zumindest mir schnell klar, dass es sich hier nicht um E-Learning 2.0 handelt. Vielmehr handelt es sich noch um 1.0, welches lediglich auf mehrere Arten verfügbar gemacht wird, von denen die Mehrheit digital ist. Die Lernhierarchie hier ist ein Top-Down-Modell, das lediglich durch die freie Zugänglichkeit der Materialien aus der Menge hervorsticht.

Warum, werden sich manche jetzt fragen, ist das nicht E-Learning 2.0? Es ist doch alles online verfügbar, alles vernetzt?

Das Distributionsmedium alleine ist aber nunmal kein Exklusivkriterium für E-Learning 2.0 – nicht alles, was in Kursrahmen online frei verfügbar ist, ist automatisch E-Learning 2.0. Man kann selbiges am ehesten mit einer community of practice vergleichen – um Etienne Wenger zu zitieren: „A community of practice is not merely a community of interest–people who like certain kinds of movies, for instance. Members of a community of practice are practitioners. They develop a shared repertoire of resources: experiences, stories, tools, ways of addressing recurring problems—in short a shared practice. This takes time and sustained interaction.“

Wir sehen: eine simple Interessensgemeinschaft, als welche man die Gruppe Lernender im weitesten Sinne konzipieren kann, ist nicht gleichzusetzen mit einer Community of Practice. Austausch untereinander, das unabhängige Praktizieren zur erfüllenden Erweiterung der Gemeinschaft; solche Praktiken finden hier nicht statt. Die Gruppe Lernender strebt in erster Linie nach Aneignung von Können das ausreicht, um die von oben (=der Lehrperson) definierte Messlatte zu erreichen. Austausch untereinander beschränkt sich darauf, anderen zum Erreichen der Messlatte zu verhelfen – nicht aber darauf, den eigenen Horizont wie auch den des Gegenübers zu erweitern.

Auch die für das E-Learning 2.0 ausschlaggebende Interaktivität fehlt – es gibt keine Interaktionsmöglichkeiten von Lernenden zum Lehrenden hin, und es mangelt vor allem an dem, womit sich Web 2.0 immer brüstet: user-generated content.

tl;dr?
Fehlende Interaktivität und kein user-generated content zeigen deutlich, dass es sich hier bestenfalls um eLearning 1.0 handeln kann.

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